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Kaffee mit Kokosöl für den besonderen Energie-Kick - dein natürlicher Bulletproof Kaffee

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von Henning | 5. Januar 2017

Lesezeit: 8 Minuten

Kategorie: Power Food, Quick Wins für den Körper

Zusammenfassung: Kaffee mit Kokosöl wirkt als natürliche Variante des Bulletproof Kaffees; du wirst dein Leistungsniveau nachhaltig steigern und ein erhöhtes Denkvermögen feststellen. Der chemische Aufbau von Kokosöl aus mittelkettigen Fettsäuren (MCTs) macht es zu einem besonderen Energielieferanten für deinen Kopf und Körper. Wir zeigen dir, wie du den Kokosöl-Kaffee selbst einfach zubereiten kannst und wobei du darauf achten solltest.

Citius, altius, fortius – höher, schneller, weiter. Der olympische Gedanke steckt tief in mir. Jeden Tag will ich Neues ausprobieren; die Welt um mich herum ein Stückchen besser verstehen. Stets kämpfte ich dabei gegen Windmühlen aus Müdigkeit und sinkender Konzentration. Zu oft hatte ich diesen Kampf schon am Vormittag verloren. Seit mehr als zwei Jahren habe ich jedoch ein Gegenmittel parat.

Kaffee mit Kokosöl: die Wirkung

Zu Anfang war ich skeptisch und glaubte nicht daran. Kaffee war seit Jahren Bestandteil meiner Büroroutine, gab mir aber nur einen kurzen Energieschub. Nach mehr als 2 Tassen wurde ich nervös und bekam Kopfschmerzen. Kokosöl kannte ich bis dahin nicht, aber wie sollte Fett mich wach machen können. Aber gut, Autos fahren ja auch mit Rapsöl. Energie scheint darin zu sein. Dann geben wir der Sache doch mal eine Chance. Kurz entschlossen kaufte ich Kokosöl zum Selbstversuch.

Es hätte nicht besser laufen können. Wach und energisch bestritt ich den Tag, selbst mein Mittagstief blieb aus. Aber die Skepsis blieb. „Wahrscheinlich ist es nur der Placebo-Effekt und morgen bin ich umso müder. Oder mein Körper gewöhnt sich an das Ganze. In einer Woche stehe ich dann wieder am Anfang” dachte ich. Aber auch nach einem Monat war ich beständig produktiver und energiegeladen.

Wie Kokosöl im Kaffee wirkt:

  • Konstant erhöhtes Energielevel
  • Gesteigertes Denkvermögen
  • Kein Leistungstief wie bei Zucker oder künstlichen Energy Drinks
  • Das Fett wird sofort als Energie freigesetzt – du nimmst also nicht davon zu

Heute weiß ich, dass es der chemische Aufbau ist, der Kokosöl zu meinem perfekten Energielieferanten macht. Kokosöl besteht zu 63-65 % aus mittelkettigen Fettsäuren (MCTs). Anders als langkettige Fettsäuren (enthalten in Speiseölen wie Oliven- und Sonnenblumenöl) sind sie wasserlöslich und stehen dem Stoffwechsel sofort zur Energiegewinnung zur Verfügung. Im katabolen Stoffwechsel von Fetten setzt der Körper hier mehr als doppelt so viel Energie frei, als aus Kohlenhydraten (Zucker). Daher der anhaltende Energieschub.

Die erhöhte Konzentrationsfähigkeit erklärt die Wissenschaft durch die im Kokosöl enthaltene Capryl- und Caprinsäure. Die beiden Säuren weisen eine Kettenlänge von nur acht bzw. zehn Kohlenstoffatomen (C-Atomen) auf, was sie zu echter Gehirnnahrung macht. Denn die beiden Säuren werden aufgrund ihrer Kettenlänge direkt in die Leber transportiert dort zu Ketonen verarbeitet. Dieser Verdauungsprozess ist exklusiv Capryl- und Caprinsäure vorbehalten. Die beiden Säuren kommen in natürlicher Form nur in Kokosprodukten vor.

Ketone sind neben Glukose der einzige Energielieferant für dein Gehirn. Nur sie können die Blut-Hirn-Schranke überwinden.

Normalerweise werden Ketone von der Leber nur unter lang anhaltendem Hungerzustand hergestellt. Dabei dient die Ketose dem vermehrten Abbau von Fettsäuren in der Leber zu Ketonen als alternative Energiequelle. Das Notaggregat deines Körpers sozusagen. Der einzigartige chemische Aufbau von Capryl- und Caprinsäure sorgt jedoch dafür, dass Ketone zusätzlich zur vorhandenen Glukose bereitgestellt werden und dein Gehirn mit einem Extra an Energie versorgt werden kann.

Bulletproof Kaffee: Kokosöl, Kaffee und Butter

Es lässt sich wohl kaum über Kokosöl im Kaffee schreiben, ohne das Trendgetränk aus Amerika zu erwähnen – Tech-Talente im Silicon Valley sowie Show Biz Größen schwören drauf. Den Hype gestartet hat Dave Asprey, der der Legende nach im Himalaya inspiriert wurde, als ihm ein Tee mit Yakbutter gegen die Kälte serviert wurde.

Nach vielen Experimenten kam Asprey auf die für ihn wirkungsvollste Mischung: Kaffee, Butter und Kokosöl – oder sogar künstlich hergestelltes MCT-Öl – im Mixer verquirlt. MCT-Öl ist ein chemisches Öl, dass nur aus den bereits erwähnten mittelkettigen Fettsäuren besteht. Es ist jedoch vorsichtig zu genießen, gerade zu Beginn sind „unangenehme Magenreaktionen“ fast sicher.

Mit Kokosöl im Kaffee kannst du deine natürliche Variante des Bulletproof Energy Drinks kreieren. Ich persönlich bevorzuge dabei den Bulletproof Kaffee ohne Butter – auch wenn Butter mittlerweile nicht mehr als gesundheitsschädigend eingestuft wird, raten Ernährungswissenschaftler immer noch von einem übermäßigen Verzehr ab.

Das Rezept für deinen Kokosöl-Kaffee

Gebe einen Teelöffel Kokosöl in deinen frisch gebrühten schwarzen Kaffee und starte mit Energie in den Tag! Ich empfehle dir, deinen Kaffee ohne Milch und vor allem ohne Zucker zu trinken, damit du die volle Wirkung spüren kannst.

Wenn dir die Bulletproof-Variante mehr zusagt, kannst du den Kaffee und das Kokosöl mit einem Pürierstab oder im Mixer aufschäumen.

Am liebsten mahle ich den Kaffee frisch, damit das Aroma erhalten bleibt. In dem Video verwende ich die Hario Mini Mill. Dazu habe ich mich für ein manuelles Aufbrühen mit der Bodum French Press entschieden – geht super einfach und schnell.

Wenn du Kökosöl zum ersten Mal ausprobierst, solltest du langsam vorgehen. Der mitteleuropäische Magen ist normalerweise nicht an das tropische Öl gewöhnt und bei großen Mengen können Verdauungsprobleme auftreten. Generell empfiehlt die Literatur mit einem Teelöffel pro Tag zu starten, was ich für die ideale Menge in einer Tasse Kaffee halte. Wenn sich dein Verdauungssystem an das Kokosöl gewöhnt, kannst du ohne Probleme bis zu 3 Esslöffel über den Tag verteilt zu dir nehmen.

Ich bevorzuge es, eine Tasse Kaffee mit Kokosöl am Vormittag zu trinken, da Kokosöl auch pur und als Zutat zu anderen Malzeiten auf meinem Speiseplan steht. Nach 16 Uhr solltest du keinen Kaffee mit Kokosöl mehr trinken, da dein Energie-Schub durchaus zu Schlaflosigkeit führen kann.

Kokosöl: bio, nativ und kaltgepresst

Kaffee mit Kokosöl ist nicht schwierig zuzubereiten, aber wie immer kommt es auf die Qualität der Zutaten an. Hochwertiges Kokosöl kannst du mittlerweile in vielen Supermärkten und Reformhäusern bekommen.

Die Checkliste zum Kauf von Kokosöl:

Bio

Die Qualität der Kokosnüsse ist entscheidend für das daraus produzierte Öl. Deshalb sollten die Früchte aus biologischem Anbau kommen und frei von Pestiziden sein. Je transparenter ein Hersteller zu Herkunft und Anbau ist, desto besser kannst du dieses Qualitätsmerkmal nachvollziehen.

Nativ

“Nativ” ist nicht geschützt, deshalb solltest du hier stets etwas skeptisch sein. Grundsätzlich steht der Begriff „natives Kokosöl“ für eine natürliche Herstellung ohne chemische Prozesse – und das ist auch, worauf es ankommt. Lass die Finger von Kokosnussölen, die raffiniert, desodoriert oder gebleicht wurden. Durch diese Verarbeitungsstufen wird die chemische Struktur des Kokosöls verändert, sodass das Öl die positive Wirkung mindestens teilweise verliert.

Kaltgepresst

Hinter der Bezeichnung “Kaltpressung” im industriellen Sinne steckt etwas anderes, als dem Konsumenten suggeriert wird. Tatsächlich wird in diesem Prozess Hitze verwendet – wir standen bei Produzenten schwitzend neben einem riesigen Ofen, während uns erklärt wurde, wie das Kokosöl schonend unter Kaltpressung gewonnen wird.

Bei der gängigen Kaltpressung wird das Kokosfleisch erst zerkleinert, dann bei Temperaturen von 60-100 °C getrocknet und danach “kalt gepresst”.

Die Bezeichnung “kalt gepresst” ist nicht geschützt, somit gibt es auch keine Regulierung in Bezug auf die angewandten Temperaturen. Liest du auf einem Etikett also “natives kalt gepresstes Kokosöl”, heißt dies leider noch lange nicht, dass bei der Herstellung auf Hitze verzichtet wurde.

Eine schonendere Herstellungsart, die unserer Meinung nach das beste Kokosöl ergibt, ist die Zentrifugentechnik. Die Kokosnüsse werden zu frischer Kokosmilch verarbeitet, von dieser wiederum wird dann in Zentrifugen das Kokosöl durch Rotationskraft separiert.

Das Kokosöl der Zentrifugenmethode ist sehr mild, fast geschmacklos, und deshalb sehr angenehm im Kaffee. Mehr zu Qualität, Wirkung und Anwendung von Kokosöl erfährst du im Großen KOPFSACHE Kokosöl Guide.

Bei der Kaffeewahl zählt Qualität! Verwende am besten Specialty Coffee

Wenn es um deinen Körper geht, ist Geiz einfach nicht geil. Die bekannten Kaffeeriesen produzieren für den Massenmarkt. Um bestehen zu können, müssen sie so günstig wie möglich produzieren, darunter leidet zuerst die Qualität und dann dein Körper. Was du in den Supermarktregalen findest entspricht bestenfalls dem sogenannten Exchange Grade (klassifiziert nach der Specialty Coffee Assoziation of America SCAA). Eine Vielzahl der verarbeiteten Bohnen weisen hier Defekte, wie z. B. physische Beschädigungen und Spuren von Insektenbefall, auf. Sogar Schalenrückstände und kleinere Steine können vorhanden sein.

Die Qualität beeinflusst den Geschmack deines Kaffees. Echter Specialty Coffee, aus z.B. den Hochländern von Äthiopien, schmeckt eher nach Tee, als nach dem was du aus dem Supermarkt kennst. Für mich von noch höherer Bedeutung ist jedoch die wesentlich bessere Magenverträglichkeit.

Supermarktkaffee wird nur kurz und unter hoher Hitze geröstet. Die erhöhten Temperaturen zerstören die natürlichen Aromen des Kaffees. Darüber hinaus wird die in der Bohne enthaltende Chlorogensäure während der kurzen Röstzeit nur ungenügend abgebaut. Deshalb ist der Säuregehalt sehr hoch und setzt deiner Magen- und Darmflora bei übermassigem Verzehr stark zu. Industriell produzierter Kaffee wird in der Regel nur 4-6 Minuten bei bis zu 700 Grad Celsius geröstet (Schock-Röstung), während die SCAA Röstzeiten von nicht weniger als 8 Minuten vorgibt. Die Berliner Micro-Rösterei Coffee Circle röstet ihre Qualitätsbohnen sogar ganze 16 Minuten bei schonenden 210 Grad Celsius. Hierbei bleiben die Aromen der Bohne erhalten und der Chlorogensäuregehalt wird auf ein Minimum reduziert. Du kannst also auch noch deine vierte Tasse ohne Sorgen genießen.

Verwendest du Specialty Coffee kannst du deinen Koffeinschub jeden Tag mit vollem Geschmack und ohne Nebenwirkungen genießen. Wenn du dann noch Kokosöl (nativ und kalt gepresst) zur Hand hast, bist du bereit für die Überholspur. Die Kombination von Koffein und Ketonen (in der Leber aus Capryl- und Caprinsäure des Kokosöls gewonnen), sind Premium-Treibstoff für deinen Kopf und Körper.

Und wenn ich keinen Kaffee trinke? Kokosöl im Tee

Lass dich nicht vom Kaffee-Hype ablenken – schließlich hat auch die Geschichte von Asprey mit Tee angefangen. Ich schätze die aktivierende Wirkung von grünem Tee und genieße ab und zu zum Frühstück schwarzen Tee – beides lässt sich wunderbar mit Kokosöl ergänzen. Auch hier kannst du auf eine leistungssteigernde Wirkung zählen. Gebe einfach einen Teelöffel Kokosöl in deinen warmen Tee.

Kokosöl im Tee ist auch bei Erkältungen ein Geheimtipp. Mit einem Kräutertee kann die antivirale Wirkung Halsschmerzen und Heiserkeit lindern. Am besten tastest du dich hier mit kleinen Mengen heran, damit du bei einer Erkältung nicht auch noch deinen Magen überlastest.

Kaffee + Kokosöl = Energie

Wenn auch du den olympische Gedanken in dir trägst, sollte Specialty Coffee mit Kokosöl in deiner Ernährung nicht fehlen. Genieße ein Extra an Energie und Gedankenklarheit. Stay energized!

Aktualisierung: Dieser Post wurde ursprünglich am 18. November 2016 veröffentlicht. Wir haben ihn in Umfang und Genauigkeit überarbeitet, um dir die relevantesten Informationen zu präsentieren.

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