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Kokosöl gesund oder ungesund? Vom Wundermittel zum reinen Gift mit nur einem Youtube Video

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von Jamila | 22. Oktober 2018

Lesezeit: 6 Minuten

Kategorie: Power Food, Food Trends

Zusammenfassung: Das Youtube Video zum Vortrag „Kokosöl und andere Ernährungsirrtümer“ von Frau Professor Dr. Dr. Karin Michels hat viele verunsichert. Ist Kokosöl wirklich gesund oder nicht? In diesem Beitrag erklären wir, warum Kokosöl nicht giftig ist. Die Inhaltsstoffe des Kokosöls, insbesondere die Laurinsäure, weisen eine Vielzahl von gesunden Eigenschaften auf.

Um unseren Körper gesund und fit zu halten, vertreten wir bei KOPFSACHE stets einen ganzheitlichen Ansatz aus Sport und Ernährung. Kokosöl dient uns als ideales Ergänzungsmittel für mehr Energie im Alltag.

Nun sorgte ein Youtube Video der Uni Freiburg für große Verwirrung. Genau geht es um den Vortrag von Frau Professor Dr. Dr. Karin Michels: „Kokosöl und andere Ernährungsirrtümer“. Frau Michels, die keine ausgewiesene Expertin für Ernährungswissenschaften ist, sondern Tumorepidemiologie, hat einen Vortrag über Kokosöl und andere Superfoods gehalten. In diesem deformiert sie Kokosöl als “das reine Gift”. Ihre Aussage begründete Frau Michels alleinig mit der Tatsache, das Kokosöl zu 92 % aus gesättigten Fettsäuren bestehen würde und damit noch gefährlicher sei als Schweineschmalz. Und wir alle wüssten ja, dass gesättigte Fettsäuren ungesund wären, da diese den Cholesterinspiegel erhöhen.

In diesem Artikel möchten wir aufzeigen, dass die Aussagen von Frau Michels undifferenziert und wissenschaftlich untragbar sind. Kokosöl ist nicht giftig. Es ist kein Gift, weder für den Körper, noch die Haut oder die Haare. Inzwischen haben Prof. Michels und die Uniklinik Freiburg ein Statement veröffentlicht, indem sie sich von ihren Aussagen distanziert. Mit dem Satz “Laurinsäure erhöht aber auch das gute HDL.” widerspricht sie ihrer eigenen Argumentation. Im Abschnitt über Kokosöl und Cholesterin erklären wir dir warum. Leider kannst du das Original Video auf Youtube nicht mehr sehen. Die Uni Freiburg scheint es mittlerweile gelöscht zu haben. Ausschnitte kannst du aber bei zahlreichen anderen Youtubern finden.

Kokosöl gesund oder ungesund

Wir sind von Kokosöl überzeugt und glauben an die gesunde und heilsame Wirkung. Ob Ölziehen am Morgen oder als zusätzlicher Energieschub im Kaffee. Speziell zentrifugiertes Kokosnussöl hat es uns angetan. Zu unserer KOPFSACHE Philosophie gehört, dass wir keine absoluten Aussagen treffen und dich als Leser informieren. Um die Frage zu klären, ob Kokosöl nun wirklich gesund oder schädlich ist, wollen wir dir daher die Hintergründe genauer darlegen. Wir werden dir kurz den Unterschied von gesättigten und ungesättigten Fettsäuren erklären; was gesättigte Fettsäuren mit deinem Cholesterinspiegel zu tun haben; und dabei auch erläutern, warum die Laurinsäure so wichtig ist. Dies alles sind Hintergrundinformationen, die Prof. Michels ausgelassen hat, aber extrem wichtig sind. So kannst du dir deine eigene Meinung bilden.

Ist Kokosöl gesund zum Braten und Kochen?

Mit einem Rauchpunkt von über 190 °C eignet sich Kokosöl hervorragend zum gesunden Braten und Kochen. Speziell beim Braten solltest du auf Kokosöl zurückgreifen, denn es bildet keine ungesunden Transfette beim Erhitzen. Kokosöl besteht zu über 90 % aus gesättigten Fettsäuren, diese sind chemisch sehr stabil. Mit Ausnahme von Kokosöl und Palmöl bestehen nahezu alle pflanzlichen Fette aus ungesättigt Fettsäuren. Alle Fette aus tierischer Herkunft bestehen dagegen aus langkettigen, gesättigten Fettsäuren. Als Faustregel kannst du dir merken, dass ungesättigte Fettsäuren weniger zum Braten geeignet sind. Aufgrund von mindestens einer Doppelbindung zwischen den C-Atomen sind diese chemisch weniger stabil. Sie neigen dazu unter Hitze zu zerbrechen und schlechte Transfette zu bilden. Kokosöl besteht überwiegend aus mittelkettigen gesättigten Fettsäuren. Unter anderem werden diese Fettsäuren nämlich direkt zur Leber geleitet und dort zu Energie umgesetzt. Die zu ca 50 % im Kokosöl enthaltene Laurinsäure ist eine der besonders gesunden Fettsäuren. Laurinsäure soll nicht nur eine anregende Wirkung auf den Stoffwechsel haben; sondern auch noch antimykotisch, antiviral und antibakteriell im Körper wirken. Allerdings wurden Studien hierzu stets mit konzentrierten Wirkstoffen durchgeführt. Daher sollte man keine Allgemeingültigkeit voraussetzen.

Was hat es nun mit dem giftigen Kokosöl und der Herzgesundheit auf sich?

Cholesterin – ist Kokosöl gesund oder nicht?

Kommen wir zum Cholesterin. Der Dreh und Angelpunkt von Frau Michels Aussage. Sie argumentiert, dass ein hoher Cholesterinwert schädlich für die Herzgesundheit sei. Und Kokosöl genau diesen Wert in die Höhe treibe. Frau Michels erwähnt jedoch nicht, das es zwei Arten von Cholesterin gibt das LDL (Low-density Lipoprotein) und das HDL (High-density Lipoprotein). Einem hohen Wert von LDL im Blut wurde in der Tat eine ungesunde Wirkung nachgewiesen. Zu viel LDL kann langfristig zum Herzinfarkt führen. Das HDL jedoch lindert diese Gefahr, denn es transportiert Cholesterin vom Herzen weg zur Leber. Wenn wir über die Herzgesundheit sprechen, geht es also nicht um den Gesamtcholesterinwert. Das Verhältnis von HDL (gutem Cholesterin) zu LDL (schlechtem Cholesterin) ist entscheidend.

In ihrem Statement bestätigt Prof. Michels, dass Laurinsäure (zu 50 % im Kokosöl enthalten) eine erhöhende Wirkung auf das HDL hat, also eine gesunde Wirkung. Der Vergleich von Schweineschmalz und Kokosöl ist unpassend gewählt. Denn obwohl beide Produkte überwiegend aus gesättigten Fettsäuren bestehen, unterscheiden sich diese fundamental voneinander. Kokosöl ist in keinem Fall Gift. Wir sind der Meinung, dass Kokosöl sich aufgrund der gesunden Eigenschaften der Laurinsäure positiv auf deine Herzgesundheit auswirkt. Jedoch solltest du bei erhöhten Cholesterinwerten stets deinen Arzt konsultieren.

Zusammengefasst ist dies die Argumentation von Prof. Michels:

gesättigte Fettsäuren können das Herzinfarktrisiko erhöhen und da 92% von Kokosöl aus gesättigten Fettsäuren besteht, ist Kokosöl Gift. Diese Schlussfolgerung ist schon in sich nicht ganz sauber. In dem später veröffentlichten Statement korrigiert sie sogar, dass 1. die Studien nicht mit Kokosöl durchgeführt wurden und 2. ein Teil der Fettsäuren in Kokosöl LDL (schlechtes Cholesterin) fördert, aber 50 % der in Kokosöl enthaltenen Fettsäuren HDL (gutes Cholesterin) fördern. Leider zählt sie sogar in diesem Statement die in Kokosöl enthaltenen Fettsäuren nicht korrekt auf, bzw. es fehlen mehrere. Das zeigt, wie oberflächlichFrau Prof. Michels sich mit der Thematik auseinander gesetzt hat.

Henning Roxin

Co-Founder, KOPFSACHE

Kokosöl gesund / ungesund für Körper, Haut und Haar?

Kokosöl zu essen ist also nicht giftig. Aber wie verhält es sich mit Haut und Haar? Auch hier können wir dich beruhigen: Es ist absolut unbedenklich, Kokosöl für die Haut- und Haarpflege zu verwenden. Prof. Michels hat sich einzig und allein auf die Herzgesundheit bezogen. Wenn du mehr über die gesunde kosmetische Wirkung von Kokosöl wissen möchtest, empfehlen wir dir unsere Artikel zur Haar- und Hautpflege mit Kokosöl.

Welches Kokosöl ist gesund?

Auch hier können wir dich beruhigen. Kein Kokosöl im deutschen Handel ist giftig. Achte darauf, dass du kein gehärtetes Kokosöl kaufst. Diese wurden chemisch behandelt, damit sie auch über 25 °C ein festes weißes Fett bleiben. Gehärtete Fette enthalten Transfette und diese Transfette können schädlich auf deinen Körper wirken. Auch von gedämpften und desodorierten Kokosölen raten wir ab, da diese geschmacksneutralisiert wurden. Hier kannst du keine qualitativen Unterschiede mehr wahrnehmen. Für dieses Endprodukt werden in der Regelung billige Kokosnüsse verwendet. So bleibt nur noch die Wahl zwischen nativem zentrifugierten und nativem kalt gepressten Kokosöl. Beide Varianten kannst du ruhigen Gewissens verzehren. Wir bevorzugen unsere zentrifugierte Variante aufgrund des natürlich frischen Geschmacks. Speziell für die Hautpflege ist das restlos einziehende zentrifugierte Kokosnussöl ideal.

Das KOPFSACHE Kokosnussöl

Wir waren mit dem Kokosöl Angebot nicht zufrieden und haben genauer hingeschaut: 6 Monate haben wir Plantagen und Produktionen besucht. Hier ist es nun: das, unserer Meinung nach, beste Kokosöl der Welt! Perfekt gereifte Kokosnüsse, Verarbeitung in 48 Stunden, aus der frischen Kokosmilch zentrifugiert und das alles unter fairen Bedingungen.

Fazit: ist Kokosöl gesund oder schädlich?

Kokosöl ist kein Gift. Der Vortrag von Prof Michels war schlecht recherchiert und populistisch formuliert. Das Original Video vom Vortrag wurde inzwischen offline genommen und auch Frau Michels hat ihre Aussagen relativiert. Hoffentlich konnten wir dich mit diesem Beitrag beruhigen. Hast du noch Fragen, warum Kokosöl gesund oder ungesund sein soll? Dann schreibe einfach einen Kommentar unter diesen Artikel und gemeinsam versuchen wir Licht ins Dunkle zu bringen.

KOMPROMISSLOS GUT. FÜR ALLE. Das ist unser Mantra bei allem, was wir tun. Deshalb schreiben wir Blog Posts in denen wir unser Wissen, Erfahrungen und Perspektiven teilen. Genauso haben wir auch unser KOPFSACHE Kokosnussöl entwickelt. Um dabei stetig besser zu werden, freuen wir uns über deine Ideen und Feedback als Kommentar!

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