Seite auswählen

Der große KOPFSACHE Kokosöl Guide: Qualität, Wirkung & Anwendungsbereiche

von Jamila | 8. August 2017

Lesezeit: 34 Minuten

Kategorie: Power Food, Food Trends

Zusammenfassung: Kokosöl ist für uns der Superstar unter den Powerfoods, deshalb haben wir die vielseitigen Anwendungen und Wirkungen hier an einem Ort dokumentiert: ob pur, beim Kochen, für Haut, Haare oder Zähne – du kannst von Kokosöl profitieren. Damit du auch weißt, woran du ein gutes bio Kokosöl erkennst, erklären wir dir die wichtigsten Qualitätsmerkmale und Herstellungsverfahren.

Wir finden: Träume leben ist für alle da. Und das ist der Ursprung von KOPFSACHE und unserer Begeisterung für Kokosöl. Wie das zusammenhängt? Schon seit vielen Jahren beschäftigen wir uns mit der Frage: Wie kann jeder sein volles Potenzial erreichen? Als wir vor 3 Jahren nach Singapur zogen, haben wir gelernt, wie wichtig ein starker Körper dafür ist. Unsere Überzeugung ist:

Dein Körper entfaltet die volle Kraft deines Kopfes. Der erste Schritt auf dem Weg zum Träume leben ist eine energiereiche Ernährung.

3 Jahre des Reisens, Lernens und Testens in Südostasien und eines ist uns klar: Der Superstar unter den Powerfoods ist Kokosöl!

Vielseitigkeit und Stärke machen Kokosöl einzigartig. Deshalb haben wir ausprobiert, gelesen und bei Experten in ganz Südostasien nachgefragt – hier findest du eine ausführliche Ausarbeitung der Eigenschaften, Wirkungsweisen und Anwendungsbereiche von Kokosöl.

Wenn auch du deinen Alltag mit mehr Energie aus Kokosöl bereichern willst, solltest du jetzt unbedingt weiterlesen. Interessieren dich nur bestimmte Aspekte, dann klick dich einfach zu dem entsprechenden Bereich:

Kokosöl in Asien

In Deutschland ist Kokosnussöl noch relativ neu im Supermarktregal – wir sind es eher gewohnt, mit Oliven- und anderen Pflanzenölen zu kochen. Ganz anders in den tropischen Regionen nördlich und südlich des Äquators in Asien; dort sind Kokosöl und natürlich andere aus Kokosnüssen hergestellte Produkte Teil traditioneller Anwendungen.

Zum einen wird Kokosöl in der Küche verwendet – von Sri Lanka bis zu den Philippinen. Heutzutage wird dafür häufig das industriell hergestellte, raffinierte Kokosöl verwendet. Dieses Kokosnussöl wird chemisch behandelt und für den Massenmarkt hergestellt, deshalb können es sich viele Haushalte in Südostasien leisten. Leider gehen bei diesem Prozess die positiven Eigenschaften des Öls verloren.

Zum anderen wird natives bio Kokosöl in Asien auch in der Kosmetik verwendet: als Feuchtigkeitspflege für Haut und Haare und sogar als Stoffwechsel stimulierendes Massageöl. Nicht nur pur, sondern auch als Zutat wird Kokosöl in den verschiedensten natürlichen Cremes und Seifen verwendet. Kokosöl erfreut sich in jenen Ländern auch an einer begeisterten Anhängerschaft des Ölziehens zur Pflege von Zähnen und Zahnfleisch.

Kosmetikprodukte mit Kokosöl, die wir auf unseren Reisen entdeckt haben

Ursprünglich in der tropischen Region Südostasiens verbreitet, ist Kokosöl mittlerweile in ganz Asien stark nachgefragt: vor allem die hoch entwickelten Industrienationen Japan und Korea stellen einen riesigen Exportmarkt dar. Gerade dort wird Kokosöl mit Vorliebe in der Kosmetik- und Hygienebranche verwendet.

Abgrenzung Kokosnussöl, Kokosöl, Kokosfett, Kokosmilch

Was mich persönlich verwirrt hat, ist, dass die Abkürzung “Kokosöl” anstelle von Kokosnussöl auf den Verpackungen im Einzelhandel zu finden ist. In der Tat handelt es sich hier jedoch um ein und dasselbe Produkt. Anders als bei anderen Kokosprodukten – wie z. B. Kokoszucker, der aus der Kokosblüte und nicht der Kokosnuss gewonnen wird – sind die Begriffe Kokosnussöl und Kokosöl gleichzusetzen und beziehen sich immer auf das aus der Kokosnuss gewonnene Öl.

“Kokosfett” ist ein weiteres Synonym für Kokosöl – das liegt an den variierenden Aggregatzuständen des Kokosöls/Kokosfetts: In den tropischen Ursprungsländern ist Kokosnussöl aufgrund der hohen Temperaturen flüssig. Bei Temperaturen unter 24 °C wird das Öl fest – also zu Kokosfett.

Im Gegensatz dazu ist Kokosmilch klar zu differenzieren. Kokosmilch entsteht durch das Pressen von geraspeltem Kokosfleisch – und enthält zu Teilen Kokosöl. Je nach Herstellungsverfahren des Kokosöls ist Kokosmilch ein Zwischenprodukt der Produktion – mehr dazu hier.

Kokosöl: die Eigenschaften, besondere Vorteile und Wirkungsweisen

Die besondere Wirkung von Kokosöl ist auf den chemischen Aufbau zurückzuführen: Kokosöl besteht vornehmlich aus mittelkettigen, gesättigten Fettsäuren. Um dies in einen Kontext zu bringen: Alle anderen üblichen pflanzlichen Speiseöle enthalten langkettige, ungesättigte Fettsäuren. Bestimmte ungesättigte Fettsäuren, wie z. B. Omega 3 und Omega 6, sind aus gesundheitlicher Sicht ebenfalls von großer Bedeutung.

Die Wirkungsweisen, die du mit Kokosöl erreichen kannst, sind aber einzigartig. Im Laufe des Posts stellen wir dir die Inhaltsstoffe und deren Wirkung im Detail vor. Hier eine Übersicht der Vorteile, die Kokosöl zugeschrieben werden:

  • Wirkt antimikrobiell – bekämpft ausgewählte Viren-, Bakterien- und Pilzarten.
  • Leichter verdaulich als ungesättigte und langkettige Fettsäuren, da die Verdauung direkt in der Leber stattfindet.
  • Wirkt aktivierend für die Schilddrüse.
  • Erhöht LDL-Werte (Low Density Cholersterin –  gutes Cholesterin) und schafft somit ein besseres Gleichgewicht zwischen LDL und HDL (High Density Cholesterin – schädliches Cholesterin), mindert so das Risiko von Arteriosklerose.
  • Powerfood: Energie Lieferant für dein Gehirn (Ketogene Diät).
  • Wirkt aktivierend auf deine Stoffwechseltätigkeit.
  • Feuchtigkeitsspender für Haut und Haare.
  • Wirkt gegen Herpes, Akne und Pickel.
  • Natürlicher Sonnenschutz.
  • Schutz vor Zecken.

Für uns von KOPFSACHE ist Kokosöl der Superstar unter den tropischen Powerfoods. Es ist Teil unserer täglichen Routine, versorgt unseren Kopf und Körper mit Energie und schützt uns vor den kleinen Krankheiten des Lebens im Großstadtdschungel.

Kokosöl: Qualität und Qualitätsmerkmale

Kokosöl ist nicht gleich Kokosöl – vom Anbau bis zur finalen Extraktion des Öls gibt es zahlreiche Faktoren, die bestimmen, ob du ein qualitativ hochwertiges Kokosnussöl in der Hand hältst oder nicht. Aber wie definiert man Qualität überhaupt?

Für uns ist Qualitätskokosöl ein Produkt, das so nah wie möglich an dem in der Frucht enthaltenen Fett ist. Es ist die nächstbeste Alternative dazu, frisches Kokosfleisch zu essen.

Es gibt einen einfachen Schnelltest, den du Zuhause zur Bestimmung der Qualität deines Kokosöls durchführen kannst:

  • fast geruchlos, nur ein leichtes Aroma
  • zieht schnell und ohne Rückstände auf der Haut ein
  • milder Geschmack, sanftes Gefühl am Gaumen
  • starker “Kokos”-Geruch
  • hinterlässt einen öligen Film auf der Haut
  • rauchiger Geschmack, Kratzen am Gaumen

Riechen: Tatsächlich ist das Fruchtfleisch einer frischen Kokosnuss fast geruchlos. Das “Kokos-Aroma”, dass häufig mit Kokosnüssen verbunden wird, entsteht erst durch Hitzeanwendung. In Bezug auf ein stark riechendes Kokosöl bedeutet das: vor dem, was als Kaltpressung bezeichnet wird, werden die Kokosraspeln bei Temperaturen von ca. 60 °C getrocknet. Erst im Trocknungsofen unter den hohen Temperaturen entsteht das Aroma durch Hitze. Bei einem schonenden Verfahren ist das fertige Kokosnussöl annähernd geruchlos.

Fühlen: Qualitativ hochwertiges Kokosöl zieht schnell und rückstandslos auf der Haut ein. Oft hinterlässt das Kokosfett einen öligen Film auf der Haut – auch dies ist ein Hinweis auf die Anwendung hoher Temperaturen in der Produktion.

Schmecken: Dein Kokosöl sollte mild und fast geschmacksneutral sein. Ein weiterer Indikator für hohe Hitzeanwendungen in der Produktion ist ein leichtes Kratzen im Gaumen nach dem Schlucken.

Dies sind die sichtbaren Qualitätsmerkmale von einem Kokosöl, dass schonend und mit hochwertigen Kokosnüssen hergestellt wurde. Leider kann man oft nicht hinter die Kulissen blicken, wir haben uns die Mühe gemacht und viele Hersteller besucht. Worauf es bei der Kokosölproduktion ankommt, stellen wir dir kompakt im Folgenden vor.

KOPFSACHE Besuch einer Bio Kokosplantage in Thailand

Frische und Reife der Kokosnüsse

Es fängt bei guten Kokosnüssen an. Eine gute Kokosnuss für Kokosöl:

  • ist biologisch angebaut, ganz ohne Pestizide und künstliche Düngemittel.
  • ist 11-12 Monate alt – in diesem Reifestadium ist der Laurinsäuregehalt der Kokosnuss am höchsten und der Gesamtfettgehalt liegt bei ca. 30 %.
  • hat keine faulen oder offenen Stellen.
  • hat noch keinen Trieb, denn dann verwendet die Pflanze die wertvollen Inhaltsstoffe bereits für den neuen Palmenspross.

Jahre alt kann eine Kokospalme werden

Monate ist das ideale Alter einer Kokosnuss

Nüsse pro Jahr kann eine Kokospalme idealerweise entwickeln

Die Attribute der Kokosnuss beeinflussen das Fettprofil des Kokosöls, also welche Fettsäure in welcher Menge vertreten ist, als auch den Geschmack und die Reinheit des Endproduktes. Die Verwendung von beschädigten oder faulen Nüssen kann zu Verschmutzungen führen.

Sobald eine Kokosnuss geerntet wird, verändern sich die Inhaltsstoffe der Frucht – etwa wird die Laurinsäure nach der Ernte chemisch abgebaut. Auch äußerlich verändert sich die Nuss: mit 11 Monaten ist die innere Schale hellbraun, mit 12 Monaten etwas dunkler – bleibt die Nuss aber lange liegen verfärbt sich diese Schale zu einem sehr dunklen Braunton.

Vergleich frischer bio Kokosnüsse mit einer Lagerkokosnuss

Deshalb sind zwei Faktoren kritisch in der Produktion:

  • die Dauer von der Ernte bis zum fertigen Kokosöl,
  • die Dauer von der Öffnung der Nuss bis zum fertigen Kokosöl.

Ein Hersteller von Qualitätskokosöl sollte die Dauer von Ernte bis zum fertigen Produkt minimieren und die Kokosnüsse innerhalb weniger Tage verarbeiten. Leider ist dies häufig nicht der Fall und wir haben erlebt, dass Kokosnüsse bis zu 70 Tage auf der Plantage liegen gelassen werden, bevor sie zur Fabrik transportiert werden. Dies beeinträchtigt die Qualität des Öls enorm.

Die Frische der Kokosnüsse zu garantieren bedeutet für einen Hersteller eine logistische Herausforderung, da Auftragsvolumen mit verfügbaren Kokosnüssen und zeitnahem Transport in Einklang gebracht werden müssen. In vielen Fällen scheitert das Unterfangen schon an der Struktur des lokalen Kokosnussmarkts: Zwischen Bauern und Produzenten stehen sehr häufig Zwischenhändler, die die Marktmacht haben. Sind die Hersteller von diesen Zwischenhändlern abhängig und haben keinen direkten Kontakt zu den Bauern, können sie die Dauer von Ernte bis Anlieferung kaum kontrollieren.

Der zweite Richtwert ist die Zeit ab Öffnung der Kokosnuss bis zum Kokosöl; ein effizienter Produzent benötigt nicht mehr als einen halben Tag dafür. Wichtig ist, dass die Kokosnüsse geschlossen angeliefert und erst unmittelbar vor der Produktion geöffnet werden.

Werden die Kokosnüsse schon auf der Plantage oder bei Distributoren geöffnet, ist das Fruchtfleisch unnötigen Verunreinigungen durch Schmutz oder Bakterien ausgesetzt.

Kokosöl Herstellung

Es gibt unterschiedliche Wege, natives Kokosöl herzustellen. Die grundlegende Problemstellung ist simpel: das Öl so schonend wie möglich aus dem Fruchtfleisch zu extrahieren. Die drei etabliertesten Methoden sind:

  • Enzyme/Fermentation (Nass-Methode)
  • Rotationskraft/Zentrifugentechnik (Nass-Methode)
  • Hitze/Kaltpressung (Trocken-Methode)

Oft liest du auch die Terminologie Nass- und Trocken-Methode in diesem Zusammenhang. Dies bezieht sich auf die Zwischenprodukte im Verarbeitungsprozess: Bei Nass-Methoden wird das Fruchtfleisch zu Kokosmilch gepresst und dann das Öl extrahiert, bei Trocken-Methoden werden Kokosraspeln zunächst im Ofen getrocknet und dann weiterverarbeitet.

Der Begriff “nativ” ist nicht gesetzlich geschützt, daher ist hier auch immer etwas Skepsis gefragt. Im Industrieverständnis bedeutet nativ, dass auf den Zusatz von Chemikalien verzichtet und das Kokosöl nur durch physische Weiterverarbeitung der Kokosnuss gewonnen wird.

Auf jeden Fall solltest du Kokosöle vermeiden, die raffiniert, desodoriert oder gebleicht wurden.

Kokosöl Herstellung: Fermentation (Nass-Methode)

Die Fermentation ist eine traditionelle Produktionsart, die oft in Kleinbetrieben oder auf Farm-/Haushaltslevel durchgeführt wird. Im deutschen Einzelhandel wirst du dieses Kokosöl nur mit geringer Wahrscheinlichkeit finden.

Das Grundprinzip der Fermentation ist das Separieren des Kokosöls mithilfe von Enzymen. Der grobe Prozessablauf ist folgender:

Der Fermentationsprozess bringt einige Nachteile mit sich, die ihn ungeeignet für die Produktion auf größerer Skala macht:

  • Starker bis unangenehmer Geruch und Geschmack des Kokosöls
  • Durch die Lagerung und den Fermentationsprozess anfällig für Verunreinigungen
  • Kaum möglich, ein konstantes Qualitätslevel einzuhalten

Fermentation im Kleinbetrieb: Zerkleinerung des Kokosfleischs, Fermentation in Plastikbehältern, Gefiltertes Kokosöl

Kokosöl Herstellung: Zentrifugentechnik (Nass-Methode)

Wir haben mit zahlreichen Experten in den verschiedenen Kokosöl produzierenden Ländern gesprochen und der Konsens besteht darin, dass die Zentrifugenmethode das hochwertigste Kokosöl ergibt. In diesem Verfahren wird das Öl auf die schonendste Weise extrahiert und bleibt so dem natürlichen Kokosöl in der Frucht am nächsten.

Der Prozess läuft folgenderweise ab:

Die Zentrifugentechnik ist eine Nass-Methode, das Kokosfleisch wird also geschält, geraspelt und zu Kokosmilch gepresst. Da bei diesem Pressen Hitze entsteht, sollte die Temperatur innerhalb der Presse reguliert werden, z. B. durch die Zufuhr von gekühltem Wasser.

Kokosmilch ist nichts anderes als eine Emulsion aus Wasser und Fett – verbunden durch Proteine.

Die Extraktion des Kokosöls aus Kokosmilch erfolgt durch das Aufbrechen der Proteinverbindungen mit der Rotationskraft der Zentrifugen. Die meisten Hersteller zentrifugieren die Flüssigkeit mehrmals, zwischen 6 und 10 Mal, bis das reine Kokosöl von den anderen Inhaltsstoffen getrennt ist.

Der Produktionsprozess: Geschältes Kokosfleisch, frisch gepresste Kokosmilch, Zentrifugen

Um die letzten Partikel im Kokosöl zu entfernen, wird dieses mehrfach gefiltert. Ein weiterer Qualitätsaspekt von Kokosöl ist ein niedriger Wassergehalt – idealerweise von maximal 0,1 %. Dieser wird bei anspruchsvollen Herstellungsprozessen über einen Vakuum Kondensator reguliert.

Ein zentrifugiertes, natives, bio Kokosöl erkennst du an diesen unverkennbaren Eigenschaften:

  • nur ein leichtes Aroma, fast geruchlos
  • zieht schnell und rückstandslos auf der Haut ein
  • milde Kokosnote der frischen Kokosnuss, sanftes Gefühl am Gaumen

Wendet ein Hersteller allerdings Hitze an, zum Beispiel zur Sterilisierung des Fruchtfleischs, beeinträchtigt dies die oben genannten Qualitätsattribute.

Hersteller, die mit einem Fokus auf Qualität und nicht nur kommerziellen Interessen produzieren, verfahren nach der Zentrifugentechnik. Dies ergibt – nicht nur in unseren Augen – das hochwertigste native Kokosöl.

Da dieser Prozess weniger effizient ist – also im Vergleich zur “Kaltpressung” weniger Kokosöl aus einer bestimmten Menge Kokosnüsse gewonnen werden kann – findest du zentrifugiertes Kokosöl heute nur selten auf dem deutschen Markt.

Kokosöl Herstellung: Kaltpressung (Trocken-Methode)

Nach den Leitsätzen für Speisefette und Speiseöle im Deutschen Lebensmittelbuch werden kalt gepresste Speiseöle “ausschließlich durch mechanische Verfahren gewonnen. […] Vor- bzw. Nachbehandlungsverfahren wie Rösten der Rohware […] sind möglich und werden durch entsprechende Hinweise angegeben. […] Werden kaltgepresste Öle zusätzlich als nativ bezeichnet, so erfolgt eine Vorbehandlung der Saat ausschließlich durch mechanische Verfahren.“

An diese Leitsätze halten sich leider nur wenige Anbieter “kaltgepresster“ Kokosöle. Denn: In diesem Prozess wird Hitze verwendet – wir standen bei Produzenten schwitzend neben einem riesigen Ofen, während uns erklärt wurde, wie das Kokosöl schonend unter Kaltpressung gewonnen wird.

Die meisten Kokosöle auf dem deutschen Markt werden so produziert. Unserer Erfahrung nach ist die Präsenz von Kokosölen aus Sri Lanka in Deutschland sehr stark und dort wird fast ausschließlich mit dieser Methode gearbeitet.

Trocknung der Kokosraspeln bei 60 ºC vor der Kaltpressung

Kaltpressung – und vorher in den Ofen?

Kurze Antwort: ja, und es wird ganz schön heiß. Der Prozess ist folgender:

Im ersten Schritt wird das Kokosfleisch geraspelt und dann getrocknet, üblicherweise bei Temperaturen von 60 °C, manchmal auch bis zu 100 °C. Danach werden die getrockneten Kokosraspeln (Dessicated Coconut) in einem sogenannten Expeller gepresst – hierauf bezieht sich der Begriff “Kaltpressung”. Allerdings entstehen auch hier durch den Druck Temperaturen von bis zu 50 °C.

Bio Kokosöl in Massenproduktion: Wareneingang, getrocknete Kokosraspeln aus dem Ofen, Kaltpressung durch Expeller

Die Bezeichnung “kalt gepresst” ist nicht geschützt, somit gibt es auch keine Regulierung in Bezug auf die angewandten Temperaturen. Liest du auf einem Etikett also “natives kalt gepresstes Kokosöl”, heißt dies leider noch lange nicht, dass bei der Herstellung auf Hitze verzichtet wurde.

Kokosöle, die auf diese Weise produziert werden, kannst du einfach anhand dieser drei Eigenschaften identifizieren:

  • intensiver “Kokos”-Geruch
  • hinterlässt Ölrückstände auf der Haut
  • rauchiger Geschmack, Kratzen am Gaumen

Diese Charakteristika entstehen durch die Hitzetrocknung des Kokosfleischs und unterscheiden sich in dieser Hinsicht von zentrifugiertem Kokosöl.

Die Kaltpressung ist die gängigste Produktionsmethode, da sie die ergiebigste ist. Die meisten Produzenten für den Massenmarkt wählen die industrielle Kaltpressung schlicht aus wirtschaftlichen Gründen.

Die 10 entscheidenden Kokosöl Qualitätsmerkmale im Überblick

  1. Fast geruchlos: nur ein leichtes Aroma, so wie eine frische Kokosnuss.
  2. Rückstandslose Absorption: Hinterlässt keinen öligen Film auf der Haut.
  3. Milder Geschmack: fast geschmacklos, sanftes Gefühl am Gaumen ohne Kratzen.
  4. Schonende Gewinnung durch Zentrifugentechnik: Ergibt ein Kokosöl, das so nah wie möglich an dem in der Frucht enthaltenen Fett ist.
  5. Reife, Frische und Qualität der Kokosnüsse: 11-12 Monate alte Kokosnüsse aus biologischem Anbau, unbeschadet, ungeöffnet und ohne Triebe.
  6. Strenge Hygienestandards: leider auch keine Selbstverständlichkeit – strikte Hygienestandards in allen Teilen der Anlage.
  7. Wassergehalt: Beträgt maximal 0,1 %, ansonsten besteht die Gefahr, dass Keime Nährboden finden oder das Öl frühzeitig ranzig wird.
  8. Laurinsäuregehalt: 49-55 % – der Anteil ist abhängig von Frische und Reife der Kokosnüsse, kann aber auch durch klimatische Bedingungen beeinflusst werden.
  9. Lead Times: Minimierung der Zeitspanne von Ernte bis zum fertigen Produkt auf wenige Tage/von Öffnung der Kokosnuss bis zum fertigen Produkt auf wenige Stunden.
  10. Regelmäßige Qualitätssicherung: Kontrollen an allen kritischen Stellen des Prozesses ab Ernte bis zum fertigen Kokosöl.

Biologisches und faires Kokosöl

Sowohl biologischer Anbau, als auch faire Bedingungen für Bauern und Arbeiter sind aus Perspektive der Nachhaltigkeit unerlässlich. Ein gutes Produkt soll auch den Menschen, die dieses mit ihrer Arbeit kreieren, eine Lebensgrundlage geben und Möglichkeiten zur Entwicklung bieten.

Bio Anbau und faire Konditionen: Besuch einer Bio Plantage in Sri Lanka, Biologische Düngung in Thailand, Wiegen vor Ort für faire Preise auf den Philippinen

Dies führt zu einem selbstverstärkenden positiven Effekt:

  • Ein schonender Umgang mit der Natur garantiert ein langfristiges Angebot hochwertiger Kokosnüsse.
  • Faire Bedingungen für Bauern ermöglicht diesen, die besten Kokosnüsse zum richtigen Zeitpunkt zu verkaufen – werden die Bauern durch Zwischenhändler in den Preisen gedrückt, sind sie gezwungen, so viele Kokosnüsse wie möglich ohne Rücksicht auf Qualitätsmängel zu verkaufen.
  • Faire Bedingungen für Arbeiter bedeuten sachkundige, ausgebildete Mitarbeiter, die eine Perspektive im Unternehmen haben und motiviert sind, ein hochwertiges Kokosöl zu schaffen. Viele Produzenten stellen Vertragsarbeiter nur nach Bedarf temporär ein und zahlen bestenfalls die gesetzlichen Mindestlöhne, die kaum für die Deckung der Grundbedürfnisse ausreichen.

Faire Bedingungen = Fair Trade?

Das EU Bio Siegel ist mittlerweile etabliert und steht glaubwürdig für ökologisch nachhaltigen Anbau ohne Chemikalien. Deutlich undurchsichtiger ist für Konsumenten das Thema faire Bedingungen. Das bekannteste Siegel ist das Fair Trade Zertifikat von Flocert.

Fair Trade steht für faire Rohstoffpreise an die Bauern – also im Bezug auf Kokosöl die Kokosnüsse. Wurde die Plantage eines Bauers von Flocert zertifiziert, kann dieser die Kokosnüsse mit einer zusätzlichen, von Flocert festgesetzten, Prämie verkaufen. So weit, so gut – es ist richtig, dass Bauern höhere Erträge für ihre Produkte erhalten. Die Lieferkette und Märkte sind allerdings komplex, und wie wir erlebt haben, kann diese eine Fair Trade Regelung die Bedürfnisse nicht ausreichend abbilden. Die größten Herausforderungen für wirklich faire Bedingungen sind:

  • Die Initialkosten einer Zertifizierung: gerade für kleine Bauern nicht tragbar, sie sind auf die Unterstützung von Organisationen oder Herstellern angewiesen, um dem Fair Trade System beizutreten – auch für die Hersteller bedeutet dies ein beträchtliches Investment.
  • Abhängigkeit von der Fair Trade Prämie: Die Höhe der Fair Trade Prämie wird von Flocert in einer Liste festgesetzt, dabei sind die Bauern darauf angewiesen, dass diese Preise die Realität widerspiegeln und nicht von Interessengruppen beeinflusst werden.
  • Plantagengröße: Wir haben festgestellt, dass es deutlich mehr Fair Trade zertifizierte Kokosnussplantagen gibt, wenn die durchschnittliche Fläche dieser größer ist – so zum Beispiel in Sri Lanka. Das ist erst mal logisch, denn dann lohnt das Investment der Zertifizierung mehr. Denkt man dies aber weiter, ergibt sich folgende Problemstellung: die Fair Trade Prämie landet nun bei Bauern, die ohnehin über große Landflächen verfügen – die Bestellung der Plantage wird aber von Arbeitern erledigt, deren Lohn nicht reguliert ist.
  • Nicht regulierte Konditionen für Arbeiter: Fair Trade ermöglicht Bauern, sich in Kooperativen zusammenzuschließen und gibt diesen so mehr Marktmacht. Dasselbe sollte auch für Arbeiter auf Plantagen und in den Fabriken gelten, ist aber leider nicht Teil des Siegels.
  • Hohe Beiträge an die Organisation: Möchte ein Kokosöl Anbieter das Fair Trade Siegel auf seinem Produkt abdrucken, müssen hohe Beiträge an die Flocert Organisation gezahlt werden. Die Verwendung dieser Gelder ist intransparent, vor Ort haben wir aber gelernt, dass dieser Betrag in der Regel nicht an die Bauern zurückfließt – im Falle von Kokosöl ist die Summe, die direkt an Flocert geht deutlich höher, als die Summe, die die Bauern erhalten.

Es bleibt also schwierig zu beurteilen, wie fair ein Produkt tatsächlich ist. Wir empfehlen, bei den Anbietern auf Transparenz zu achten und gegebenenfalls nach den kritischen Punkten zu fragen. Ein Fair Trade oder vergleichbares Siegel ist ein guter Indikator, garantiert aber nicht Fairness entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Kokosöl kaufen

Auch in Deutschland wissen immer mehr Menschen um die Vorteile des Kokosöls, daher ist es bereits weit verbreitet. Online, bei Amazon, findest du eine Vielzahl von Anbietern, allerdings solltest du bei den besonders billigen Anbietern genau darauf achten, was du kaufst. Oft kommt es vor, dass Billiganbieter alte Lagerbestände aus der Vorjahresproduktion aufkaufen und dann zu Kampfpreisen vertreiben. Ein guter Indikator ist hier das Mindesthaltbarkeitsdatum. Ist das Öl deutlich weniger als 2 Jahre haltbar, kaufst du aller Wahrscheinlichkeit nach ein altes Kokosöl.

Im Einzelhandel vertreiben unter anderem dm, Rossman und Rewe kalt gepresstes Kokosöl. Beim Kauf des Kokosöls solltest du genau auf die Qualitätsmerkmale achten. Kaufe nur Kokosöl mit dem EU-Bio Siegel.

Viele Qualitätsmerkmale kannst du als Konsument nicht nachvollziehen, aber du kannst immer bei deinem Hersteller nachfragen und um mehr Transparenz bitten.

Einige Fragen, die du deiner Lieblingsmarke stellen kannst:

Wird bei der Produktion/Kaltpressung Hitze angewandt, etwa bei einer Hitzetrocknung?

Wie hoch ist der Feuchtigkeitsgehalt des Kokosöls?

Wie lang ist die Dauer von der Öffnung der Kokosnuss bis zum fertigen Kokosöl?

Wie frisch sind die verwendeten Kokosnüsse?
oder
Wie groß ist die maximale Distanz zwischen Plantage und Fabrik? Dauert schon der Transport mehr als einen Tag, wird es schwierig sein, die Frische zu garantieren.

Werden Kokosnüsse direkt von den Bauern, ohne Zwischenhändler, bezogen? Dies gibt Hinweise in Bezug auf Frische, Qualität der Kokosnüsse sowie faire Preise.

Wie sind Konditionen für Plantagenarbeiter und Mitarbeiter in der Fabrik?

Was sagt der Preis aus?

Ein hoher Preis garantiert noch nicht sicher ein hochwertiges Kokosöl. Umgekehrt kannst du dir aber sicher sein, dass bei billigen Kokosölen die Qualität nicht stimmen kann. Wer mit einem Fokus auf niedrige Kosten arbeitet, kann nicht gleichzeitig die Qualität optimieren. Dies kann unterschiedliche Aspekte der Produktion betreffen; angefangen bei minderwertigen Kokosnüssen über Produktionsstandards hin zu Hygienemängeln. In den letzten Jahren stieg die Nachfrage in Deutschland und anderen Exportmärkten nach Kokosöl deutlich und neben etablierten Produzenten sind neue Teilnehmer in den Produktionsländern in den Markt getreten. Viele von diesen aus purem kommerziellen Interesse, ohne die langjährige Expertise der erfahrenen Kokosöl Hersteller – wir haben Produktionen gesehen, bei denen ohne jegliche Beachtung der Hygieneanforderungen produziert wurde, die Unterschiede sind wirklich gravierend.

Mangelhafte Produktionsbedingungen bei Billigproduzenten: Unsachgemäße Lagerung und Öffnung im Schmutz, Öffnung der Kokosnüsse auf dem Parkplatz ohne Schutzkleidung, Weiterverarbeitung ohne Beachtung von Hygienevorschriften in offener Lagerhalle

Kokosöl Inhaltsstoffe

Nachdem wir die Qualitätsmerkmale und Herstellung des tropischen Alleskönners erläutert haben, möchten wir dir nun die Inhaltsstoffe des Kokosöls näherbringen.

Kokosöl weist eine spezielle Fettsäuren-Zusammensetzung auf. Im Gegensatz zu anderen wertvollen Pflanzen- und Nussölen sind es nicht die ungesättigten Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren, die das Kokosöl besonders machen, sondern die gesättigten mittelkettigen Fettsäuren, wie die Laurinsäure (ca. 50 %) und die Caprinsäure (ca. 8 %).

Kokosöl besteht zu über 90 % aus gesättigten Fettsäuren und hierbei aus bis zu 60 % mittelkettigen gesättigten Fettsäuren. Die spezielle Fettsäuren-Zusammensetzung bedingt die besonders gesunden Eigenschaften des Kokosöls.

Die chemische Struktur der gesättigten Fettsäuren macht das Kokosöl stabil. Auch unter Einwirken von hohen Temperaturen bildet Kokosöl keine Transfette und eignet sich somit hervorragend als Öl zum Braten und Backen.

Durch den Aufbau aus gesättigten Fettsäuren weist Kokosöl auch einen relativ hohen Schmelzpunkt von 24 °C auf. Somit ist es bei Zimmertemperatur ein festes, weißes Fett. Deshalb auch die austauschbaren Begriffe Kokosöl / Kokosschmalz / Kokosfett. Bei Temperaturen über 24 °C geht das Fett in den flüssigen Zustand über und ist dann ein klares, durchsichtiges Öl.

Mittelkettige Fettsäuren werden über die Länge der aneinandergereihten C-Atome (Kohlenstoffatome) definiert. Mittelkettig bedeutet hierbei eine Anzahl zwischen 6 und 12 C-Atomen. Den Unterschied macht, dass dein Körper mittelkettige Fettsäuren anders verdaut als langkettige Fettsäuren. Die mittelkettigen Fettsäuren gelangen ohne Umwege zur Leber und können zu energiereichen Ketonen umgesetzt werden. Kokosöl bietet somit die Voraussetzungen für einen nachhaltigen Energieschub.

Hier findest du eine exemplarische Übersicht der Fettsäuren im Kokosöl:

  • Capronsäure (C6) 0,9%
  • Caprylsäure (C8) 5,2%
  • Caprinsäure (C10) 7,6%
  • Laurinsäure (C12) 50,5%
  • Myristinsäure (C14) 17,6%
  • Palminsäure (C16) 8,2%
  • Stearinsäure (C18) 2,4%
  • Ölsäure (einfach ungesättigte Fettsäure) 6,1%
  • Linolsäure (mehrfach ungesättigte Fettsäure) 1,4%

(Werte nach Laborbericht von CV Bonafide, Indonesien)

Das Fettsäureprofil des Kokosöls wird durch klimatische Bedingungen im Anbau sowie Aspekte des Produktionsprozesses beeinflusst.

Kokosöl Anwendungsbereiche

Kokosöl Anwendung in der Küche – pur, braten, kochen, backen

Kokosöl kannst du auf verschiedenste Weise in deinen Küchenalltag integrieren. Es ist auch ein ideales Substitut für tierische Fette oder Milchprodukte, wenn du dich zum Beispiel vegan oder nach dem Paleo Prinzip ernährst.

Experten raten langsam mit dem Konsum von Kokosöl zu beginnen, da das tropische Öl anfänglich ungewohnt für das mitteleuropäische Verdauungssystem ist.

Kokosöl pur einnehmen

Viele nehmen Kokosöl pur zu sich. Ist dein Magen erst einmal daran gewöhnt, kannst du ohne Bedenken bis zu drei Esslöffel über den Tag verteilt einnehmen. Allerdings wird davon abgeraten, Kokosöl am Abend zu essen, da das energiereiche Öl dich durchaus noch ein paar Stunden wachhalten kann.

Kochen mit Kokosöl

Du kannst andere Fette beim Kochen bedenkenlos durch Kokosöl ersetzen – es ist extrem hitzebeständig, es gibt also in dieser Hinsicht nichts weiter zu beachten. Je nachdem wie dein Kokosöl hergestellt wurde, hat es ein starkes Kokos-Aroma (Kaltpressung mit vorheriger Hitzetrocknung) oder ist fast geruch- und geschmacklos (Zentrifugentechnik).

Bei einem neutralen, zentrifugierten Kokosöl kannst du dieses bei deinen Lieblingsgerichten einfach so verwenden, wie du es auch mit anderen Ölen gewohnt bist. Das Kokosöl ist bei Zimmertemperatur zwar in festem Zustand, wird aber im Kochtopf sofort schmelzen.

Gerade, wenn das Kokos-Aroma stärker ist, passt das Kokosnussöl zu der südostasiatischen Küche – ob ein thailändisches Curry, ein Linsengericht aus Sri Lanka oder indisches Aloo Gobi (Kartoffel-Blumenkohl Gericht).

Gelernt beim Kochkurs in Sri Lanka: Curry-Variationen zubereitet mit Kokosöl

Tolle Inspiration zum Kochen mit Kokosöl und anderen Kokosprodukten findest du in Coconut Cooking aus der Happy Healthy Kitchen Reihe von GU.

Braten mit Kokosöl

Aufgrund des hohen Rauchpunkts von über 200 °C ist Kokosöl ideal zum Braten und auch Frittieren. Die stabile chemische Struktur der gesättigten Fettsäuren macht es sehr hitzebeständig, sodass auch bei hohen Temperaturen keine schädlichen Transfette entstehen.

Gerade wenn du Fisch, Fleisch & Geflügel anbraten möchtest, kommt es wieder auf den Geschmack deines Kokosfetts an. Wurde es in der Produktion mit Hitze behandelt, hat es einen starken Kokosgeschmack, der zum Beispiel hervorragend zu Geflügel passt.

Mit zentrifugiertem Kokosöl jedoch kannst du auch dein Rindersteak ohne Kompromisse braten, da zentrifugiertes Öl nur eine sehr dezente, natürliche Kokosnote aufweist.

Backen mit Kokosöl

Kokosöl eignet sich auch als Butter – und Magarineersatz in vielen Rezepten für Kuchen und Plätzchen. Speziell für Kühlschrankkuchen eignet sich Kokosöl besonders gut, da sie wunderbar schnittfest bleiben.

Zum Frühstück kannst du ganz einfach dein eigenes Granola mit Kokosöl backen.

Ganz einfach und lecker: Granola mit Kokosöl selbst backen

Mit der Clean Eating Bewegung gibt es immer mehr kreative Rezepte, die auch bei Süßspeisen gesunde Alternativen zu Zucker, Weizenmehl & Co finden. Auch hier zeigen sich die Produkte der Kokosnuss als äußerst vielfältig einsetzbar – neben Kokosöl werden gerne auch Kokosflocken, Kokosblütenzucker und Kokosmehl verwendet.

Ein Beispiel sind diese leckeren Kokos-Mandel-Schoko Riegel, die noch nicht einmal gebacken, sondern im Gefrierschrank fest werden.

Kokosöl in Kaffee und Tee

Bei KOPFSACHE schwören wir auf die natürliche Variante des Bulletproof Kaffees mit Kokosöl. Rühre einfach einen Teelöffel Kokosöl in deinen frisch gebrühten Kaffee und fertig ist dein natürlicher Energie Drink.

Das Gleiche funktioniert auch mit Tee, wir bevorzugen hierzu frisch aufgegossenen schwarzen oder grünen Tee. Auch bei Erkältungen kann ein heißer Tee mit Kokosöl die Halsschmerzen lindern.

Hier erfährst du mehr zu Kokosöl in Kaffee und Tee.

Kokosöl in der Kosmetik – Pflege für Haut und Haare

Kokosnussöl findet verbreitete Anwendung in der Kosmetik. In Thailand wird das pure Öl nicht nur im Lebensmittelbereich verkauft, sondern auch im Hautpflege Regal, als Haarpflege und Massageöl. Für uns fühlte es sich ungewöhnlich an, das gleiche Produkt als Nahrungs- und gleichzeitig als Pflegemittel verkauft zu sehen, aber in Thailand und anderen Ländern Asiens ist dies ganz normal. Die Einheimischen haben die positive Wirkung seit Jahrhunderten getestet und sind überzeugt: Kokosöl sorgt für geschmeidige Haut und glänzende Haare.

Auch Supermodels wie Gisele Bündchen und Miranda Kerr zählen auf Kokosöl. Für Miranda Kerr ist Kokosöl ein tägliches Muss:

“Ich habe gerade mit einer neuen Morgenroutine begonnen, Ölziehen mit Kokosöl, dafür nehme ich einen Esslöffel Kokosöl in den Mund, spüle es für gut 20 Minuten hin und her – man darf es nicht runterschlucken. Also nehme ich es in den Mund – es ist ungefähr 6 Uhr morgens – dann reibe ich meinen ganzen Körper mit Kokosöl ein und hüpfe danach unter die kalte Dusche!”

– Miranda Kerr (eigene Übersetzung)

Kokosöl als Feuchtigkeitspflege für die Haut und trockene Lippen

Zentrifugiertes Kokosöl eignet sich als Hautpflegemittel aufgrund der schnellen Absorption durch die Haut und der antimykotischen Wirkung der Laurinsäure.

Das Kokosöl zieht schnell in die oberen Hautschichten ein und spendet Feuchtigkeit. Anders als bei Cremes, die auf Wasser basieren, bietet Kokosöl einen lang anhaltenden Schutz vor Feuchtigkeitsverlust, mindert eventuelle Falten nachhaltig und sorgt für samtweiche Haut.

Kokosöl regt die Selbstregeneration der Haut an. Studien legen nahe, dass Kokosöl die Bildung von Kollagenfasern und Blutgefäßen in der Haut anregt und so dem Alterungsprozess entgegenwirkt.

Auch bei stark trockener Haut wie z. B. an den Ellenbogen schafft Kokosöl Abhilfe. Trage hierzu 1 bis 2 Mal täglich ein wenig Kokosöl auf die betroffenen Stellen auf. Nach 1-2 Wochen wird deine Haut sich schon besser anfühlen.

Das feste Kokosfett eignet sich hervorragend als natürlicher Lippenbalsam. Auf die Lippen aufgetragen schmilzt das Fett langsam und zieht behutsam ein.

Kokosöl für glänzendes Haar und gegen trockene Kopfhaut (Haarkur)

Schaust du dir die Inhaltsstoffe von Kosmetik Cremes und Haarpflegeprodukten einmal genauer an, wirst du feststellen, dass eine Vielzahl dieser Kokosöl enthält. Speziell Hersteller von natürlichen Pflegemitteln schwören auf Kokosöl als Bestandteil.

Wir haben herausgefunden, dass die mittelkettigen gesättigten Fettsäuren des Kokosöls auch hier ausschlaggebend sind. Durch ihre chemische Struktur dringen sie besonders schnell in die Kopfhaut ein und spenden lang anhaltend Feuchtigkeit. Darüber hinaus schützt die antibakterielle / antimykotische Wirkung des Kokosöls deine Haarwurzeln vor schädlichen Bakterien und Pilzen.

Leidest du unter spröden und trockenen Haaren, kannst du Kokosöl ebenso als Haarkur verwenden. Schon nach wenigen Anwendungen solltest du eine Besserung feststellen können.

Bei der Anwendung von Kokosöl für die Pflege von Haaren und Kopfhaut solltest du behutsam vorgehen. Das Öl ist ergiebig, daher reicht schon eine kleine Menge aus, um eine positive Wirkung zu entfalten. Nach der Haarwäsche kannst du einfach 1-2 Teelöffel Öl in deinen Haaren verteilen und auf der Kopfhaut einmassieren. Danach lässt du das Kokosöl einige Zeit einwirken. Wenn du willst, kannst du es auch über die gesamte Nacht als Haarmaske einwirken lassen und es erst am nächsten Morgen wieder auswaschen. Hierzu solltest du deine Haare in ein Handtuch einwickeln, um unschöne Ölflecken auf deinem Bettzeug zu vermeiden. Nach dem Einwirken kannst du das Kokosöl dann mit deiner gewohnten Haarwäsche auswaschen.

Kokosöl gesundheitliche Aspekte

Kokosöl - antimikrobielle Wirkung

Kokosöl wird oft als Wundermittel gegen jegliche Art von Krankheitserregern (pathogene Keime) gelobt. Ob Bakterien, Viren oder Pilze – alles soll von Kokosöl bekämpft werden können. Äußerungen wie diese sind mit Vorsicht zu genießen. Bei genauerem Hinschauen und Prüfen der Primärliteratur ist schnell zu erkennen, dass viele der Versprechungen bestenfalls unter Idealbedingungen eintreten können. Alles ist jedoch nicht an den Haaren herbeigezogen. In diesem Abschnitt möchten wir dir die entscheidenden Gedankengänge der antimikrobiellen Wirkung von Kokosöl erklären.

Die Wirkungsweise von Kokosöl gegen Viren, Bakterien und Pilzerkrankungen ist durch die Inhaltsstoffe zu erklären. Es geht um die 3 mittelkettigen Fettsäuren Laurinsäure, Caprylsäure und Caprinsäure. Bei der Laurin- und Caprinsäure sind es nicht die Fettsäuren (Triglyzeride), sondern ihre Abbauprodukte, Monolaurin und Monocaprin, die antimikrobiell wirken. Als einzige der 3 Fettsäuren wirkt Caprylsäure antimikrobiell, auch ohne vorher zersetz worden zu sein.

Viren, Bakterien und Pilze bilden Zellmembranen aus Fetten, welche sie von ihrem menschlichen Wirt erhalten. Um stabile Membranen zu entwickeln, benötigen sie langkettige Fette. Treten jedoch die mittelkettigen Fettsäuren (Monolaurin, Monocaprin und Caprylsäure) mit den Membranen dieser Keime in Kontakt, wirken sie Membran lösend. Die Membran von Viren, Bakterien und Pilzen werden so stark geschädigt, dass die Krankheitserreger absterben und keine Chance haben den Organismus anzugreifen.

Soweit die Theorie. Zu beachten ist, dass diese Wirkungsweise nur auf ausgewählte Viren, Bakterien und Pilze zutrifft. Es kann keineswegs von einer Allgemeingültigkeit gesprochen werden. Weiterhin muss erwähnt werden, dass Experimente zur Wirkungsweise der Inhaltsstoffe oft mit konzentrierten Wirkstoffen durchgeführt worden sind. Kokokosöl enthält allerdings nur etwas 8-10 % von Caprin- und Caprylsäure und um die 50 % Laurinsäure.

Zusammenfassend können wir Kokosöl eine antimikrobielle Wirkung auf ausgewählte Pathogene attestieren, jedoch sollte dies nicht als Medizinersatz missverstanden werden.

Abnehmen mit Kokosöl

Wir bei KOPFSACHE sind kein Freund von Geschichten über Wundermittel, die schnell und einfach zum Erfolg führen. Wir glauben daran, dass Erfolg aus kontinuierlicher Arbeit und langfristigem Denken entsteht. Wer abnehmen möchte, dem empfehlen wir denselben Ansatz zu verfolgen. Ein schlanker und gesunder Körper ist Produkt einer ganzheitlich gesunden Ernährung und Fitnessroutine. 

Kokosöl sollte jedoch nicht auf deinem Speiseplan fehlen und kann als ein wesentlicher Bestandteil deines Ernährungs –  und Fitnessplans dienen. Mit Kokosöl kannst du Pfunde langfristig und nachhaltig abarbeiten. Hierfür gibt es zwei Gründe:

  1. Die mittelkettigen Fette des Kokosöl enthalten weniger Kalorien als langkettige Fette. Substituierst du diese in deinem Alltag mit Kokosöl, wirst du weniger Kalorien pro Einheit zu dir nehmen. Der Unterschied ist nicht groß, daher wirst du keinen schnellen Gewichtsverlust verzeichnen. Allerdings hast du den langfristigen Erfolg im Blick. Jede Kalorie weniger bringt dich deinem Ziel näher.
  2. Die mittelkettigen Fettsäuren des Kokosnussöls sind ein besonderer Energieträger. Anders als langkettige Fettsäuren müssen sie nicht lange vorverdaut werden, sondern werden direkt in der Leber verarbeitet und deinem Körper als Energie zur Verfügung gestellt. So kannst du deinen Tag energisch bestreiten, deine Sportroutine verfolgen und mehr Kalorien verbrennen. Aufgrund der besonderen Verstoffwechselung des Kokosöls wird es auch als Sportlernahrung verwendet. Besonders viele Ausdauersportler greifen auf Kokosöl als natürlichen Energielieferanten zurück.

Wer abnehmen will, sollte nicht auf ein Wundermittel hoffen. Ein schlanker Köper ist das Produkt einer ausgeglichen Ernährung, die im Einklang mit deinem täglichen Energiebedarf steht.

Kokosöl - Wirkung auf deine Cholesterin Werte

Cholesterin steht im Fokus des öffentlichen Bewusstseins, da erhöhte Werte mit der Entstehung von Arteriosklerose (Arterienverengung oder auch umgangssprachlich Arterienverkalkung) in Verbindung gebracht werden. Bei der Arteriosklerose entstehen Verengungen der Arterien durch Ablagerungen von Bindegewebe. Darüber hinaus bedingt die Einlagerungen von Fettsäuren, Calciumphosphat und dem vorausgenannten Cholesterin, eine Verhärtung / Verdickung der Gefäßwände. Arteriosklerose-Patienten leiden unter einem erhöhten Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko.

Cholesterin ist nicht gleich Cholesterin, es gibt zwei verschiedene Arten und das Verhältnis der beiden zueinander ist entscheidend für die Gesundheit deines Herz-Blut-Kreislaufs. In der Medizin wird zwischen HDL (High Density Lipoprotein – „gutes Cholesterin“) und LDL (Low Density Lipoprotein – “schlechtes Cholesterin“) unterschieden.

Das HDL ist dafür zuständig überschüssiges Cholesterin von den Arterienwänden zur Leber zurückzuführen, wo es über die Galle ausgeschieden wird. Daher wird ein hoher HDL-Cholesterinwert mit einem geringen Arteriosklerose Risiko in Verbindung gebracht und wird eher als schützend angesehen.

Das LDL ist dafür zuständig, Cholesterin als lebenswichtigen Baustein von der Leber zu den Körperzellen zu transportieren. Befindet sich jedoch zu viel LDL im Blut, kann sich das Cholesterin in den Arterienwänden einlagern. Daher wird einem hohen Wert an LDL ein hohes Arteriosklerose Risiko zugeordnet.

Gesättigte Fettsäuren gelten als Cholesterin erhöhend und somit als schädigend für den Herz-Blut-Kreislauf. Kokosöl besteht zu über 90 % aus gesättigten Fettsäuren und sollte deshalb auch als risikohaft eingestuft werden – so die Kritiker. Und tatsächlich belegt die Mehrheit an Studien, dass Kokosöl den Gesamtcholesterin-Wert im Blut steigert. Jedoch zeigen die Forschungen auch, dass die Fette des Kokosöls vornehmlich die HDL (gutes Cholesterin) Werte erhöhen. Somit wird die Balance zwischen LDL und HDL verbessert und das Risiko von Arteriosklerose gemindert. Kokosöl wirkt also nicht cholesterinsenkend, erhöht jedoch auch nicht das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Wir bei KOPFSACHE glauben, dass die gesundheitsfördernden Wirkungen von Kokosöl in Hinblick auf den Herz-Blut-Kreislauf überwiegen. Jedoch wird der Sachverhalt immer noch kontrovers diskutiert und Studien werden unterschiedlich ausgelegt. Deshalb empfehlen wir bei erhöhten Cholesterin-Werten stets einen Arzt aufzusuchen.

Ölziehen mit Kokosöl - Kokosöl für die Zähne

Kokosöl eignet sich hervorragend zum Ölziehen, einer ayurvedischen Behandlungsmethode der Mundschleimhäute und Zähne gegen Entzündungen und andere Verletzungen. Grundgedanke des Ölziehens mit Kokosöl ist es, alle Krankheitserreger in der Mundhöhle durch das wiederholte Hin- und Herspülen des Öls durch die Zähne zu beseitigen.

Ölziehen mit Kokosöl – Die Wirkung

Kokosöl ist aufgrund des hohen Laurinsäureanteils hierzu besser geeignet als andere Öle. Denn die im Speichel enthaltene Lipase (Verdauungsenzym) spaltet die Laurinsäure in ihren Grundbaustein, das sogenannte Monolaurin. Monolaurin wirkt stark antibakteriell. Durch das das Hin- und Herspülen des Kokosöls im Mund können so Bakterien abgetötet und Entzündungen vermieden werden. Viele Patienten mit chronischer Zahnfleischentzündung (Parodontitis) berichten von starken Verbesserungen nach wiederholter Anwendung von Kokosöl.

Ölziehen mit Kokosöl – Anwendung und wie lange?

Bei der Anwendung gibt es nicht viel zu beachten. Nehme einfach einen Esslöffel voll Kokosöl in den Mund und lasse es langsam im Mund schmelzen. Ist das gesamte Öl flüssig, kannst du beginnen es gründlich durch deine Zähne zu spülen.  Nach 15 bis 20 Minuten kannst du es dann wieder ausspucken und deine Zähne beim herkömmlichen Zähneputzen von Ölresten befreien. Es wird empfohlen, das Ölziehen direkt nach dem Aufstehen zu praktizieren, da die Selbstreinigungskräfte deines Körpers viele Giftstoffe über Nacht an die Oberfläche deiner Mundschleimhäute bringen. Eine detaillierte Schritt-für-Schritt Anleitung kannst du hier beim Zentrum der Gesundheit finden.

Ölziehen mit Kokosöl gegen Karies

Wer täglich das Ölziehen mit Kokosöl praktiziert, muss sich laut Forschern des Athlon Institute of Technology in Irland auch nicht vor Karies fürchten. Sie fanden heraus, dass das Abbauprodukt der Laurinsäure (Monolaurin) Kariesbakterien (Streptococcus Mutans) bekämpft.

“Die Verwendung von enzymmodifiziertem Kokosöl in Zahnpflegeprodukten ist eine ausgezeichnete Alternative zu chemischen Zusatzstoffen (wie Fluoriden), vor allem deshalb, da das Öl bereits in sehr geringen Konzentrationen wirkt.” – Dr. Brady, Forschungsleiter

Zum Abschluss ein KOPFSACHE Tipp: Das gebrauchte Kokosöl lieber in der Toilette entsorgen! Das flüssige Öl kühlt schnell wieder ab und wird hart. Hierbei kann es nach und nach die dünnen Abflussrohre deines Waschbeckens verstopfen. Beim größeren Durchmesser von Toilettenrohren besteht diese Gefahr hingegen nicht.

Kokosöl gegen Herpes

Herpes ist eine Viruserkrankung, die nach Erstinfektion im Köper verbleit und stets erneut ausbrechen kann. Zwei Arten des Virus werden unterschieden: HSV 1 (Herpes-Simplex-Virus 1) und HSV 2. Die beiden Virenarten unterscheiden sich hinsichtlich der Krankheitsbilder und Lokalisierung auf der Haut nur geringfügig. 

Untersuchungen haben gezeigt, dass bis zu 92 % der deutschen Bevölkerung den Herpes-Simplex-Virus 1 in sich tragen. In Zeiten hohen emotionalen Stresses kann die Erkrankung wieder ausbrechen und zeigt sich meist in Form von Bläschen auf den Lippen (Lippenherpes), die mit ansteckender Flüssigkeit gefüllt sind. Platzen diese Bläschen auf, infizieren sie die umlegenden Hautpartien und es kommt zur schnellen Ausbreitung der Krankheit.

Kokosöl gegen Herpes – Die Wirkung

Kokosöl kann bei der Bekämpfung  dieser Symptome helfen. Studien haben gezeigt, dass die antiviralen Eigenschaften der mittelkettigen Fettsäuren die beiden Herpes Viren Stämme HSV1 und HSV2 angreifen. Sie verbinden sich mit den Membranen der Herpes Viren und lösen diese nach und nach auf. So werden die Viren stückweise abgetötet und die Herpes Erkrankung geht zurück. Zu beachten ist, dass die mittelkettigen Fettsäuren des Kokosöls lediglich die äußeren Symptome der Herpes Erkrankung bekämpfen. Ein Mittel gegen die im Körper verbleibenden Viren nach Ersterkrankung wurde noch nicht gefunden.

Kokosöl gegen Herpes – Die Anwendung

Die Anwendung ist simple – durch Auftragen des Kokosöls auf die infizierten Hautpartien. Premium Bio Kokosöl, das aus der frischen Kokosmilch hergestellt wurde (Zentrifugen Methode), eignet sich hierzu besonders gut, da es sehr schnell in die Haut einzieht und keinen öligen Film zurücklässt. Achte hierzu beim Kauf darauf, dass das Öl nicht aus zuvor getrocknetem Kokosfleisch in Kaltpressung gewonnen wurde, sondern aus der frisch gepressten Kokosmilch zentrifugiert wurde. Verwendest du Premium Bio Kokosöl, kannst du die Anwendung problemlos mehrmals täglich wiederholen und solltest rasch Verbesserungen verzeichnen können.

Bitte beachte, dass die Verwendung von Kokosöl den Besuch beim Arzt nicht ersetzen kann. Wenn auch zahlreiche Patienten Herpes erfolgreich mit Kokosöl behandeln, ist der menschliche Organismus ein komplexes System, bei dem oft mehrere Ursachen für eine Krankheit vorliegen.

Kokosöl gegen Akne

Die Wirkung von Kokosöl gegen Akne und Pickel wird von vielen Autoren vereinfacht und undifferenziert dargestellt. So sind Aussagen wie “Kokosöl wirkt gegen Akne und Pickel“ nicht allgemeingültig haltbar. Auf der anderen Seite agieren Kokosölkritiker mit Aussagen wie: “Kokosöl verstopft die Poren der Haut und fördert die Bildung von Pickeln” nicht weniger unsachgemäß.

Akne und Pickel können durch verschiedene Ursachen hervorgerufen werden, je nach Ursache der Akne kann Kokosöl lindernd wirken oder auch nicht. Werden Akne und Pickel durch Entzündungen der Hautporen hervorgerufen, kann Kokosöl hilfreich sein, da die im Kokosöl enthaltenen antibakteriellen Wirkstoffe entzündungshemmend sind. Wird die Akne jedoch durch eine Talgdrüsenüberfunktion hervorgerufen, ist es wenig hilfreich noch mehr Fett auf dein Gesicht aufzutragen. Daher solltest du stets einen Dermatologen zurate ziehen, bevor du eine Behandlung mit Kokosöl beginnst.

Die Anwendung solltest du mit gewaschenen und gegebenenfalls desinfizierten Händen durchführen. So vermeidest du, weitere Bakterien in deine Haut zu reiben. Nehme einfach mit einem Teelöffel etwas festes Kokosöl in deine Hände und lasse dieses dort schmelzen. Ist das Öl flüssig, kannst du beginnen es auf den betroffen Stellen einzureiben. Wiederhole diesen Prozess täglich in Absprache mit deinem Hautarzt und in Abhängigkeit von deinem Hauttyp.

Auch hier gilt wieder, dass qualitativ hochwertiges Kokosöl schnell von deiner Haut aufgenommen wird. Bleibt ein öliger Film zurück, ist dies Zeichen dafür, dass das Kokosfleisch vor der Pressung getrocknet wurde und einige seiner Eigenschaften durch die Verarbeitung bereits verloren hat.

Auf deiner Haut solltest du nur Kokosöl verwenden, dass durch Zentrifugentechnik extrahiert wurde. Erkundige dich hier genau vor dem Kauf.

Kokosöl bei Diabetes

Diabetes ist eine chronische Stoffwechselerkrankung. Es werden 2 Ausprägungen unterschieden: Typ 1 und Typ 2.

Bei Typ 1 liegt ein Mangel an dem körpereigenen Hormon Insulin vor. Der Insulinmangel wird oft schon in der Kindheit durch eine Fehlfunktion des Immunsystems ausgelöst. Durch diese sterben Insulin produzierende Zellen der Bauchspeicheldrüse ab. Patienten müssen sich täglich Insulin Spritzen um ihren Blutzuckerspiegel zu kontrollieren.

Typ 2 Diabetes wird meist durch eine dauerhaft ungesunde Ernährung, Übergewicht und mangelnde Bewegung hervorgerufen. Durch den ungesunden Lebensstil steigt der Blutzuckerspiegel auf gesundheitsgefährdende Werte. Bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf von Typ 2 Diabetes müssen Patienten ebenfalls Insulin spritzen. Im Anfangsstadium reicht oft eine Ernährungsumstellung, um den Blutzuckerspiegel wieder in den Griff zu bekommen.

Kokosöl kann sowohl bei Typ 1 als auch Typ 2 Patienten helfen, einen niedrigen Blutzuckerspiegel beizubehalten. Grund hierfür sind die Inhaltsstoffe des Kokosöls. Wie schon zuvor erwähnt, enthält Kokosnussöl einen hohen Anteil an mittelkettigen gesättigten Fettsäuren, welche anders verdaut werden, als Kohlenhydrate und langkettige Fettsäuren. Die Fette des Kokosöls können ohne Umwege in die Leber gelangen und schnell zu Energie verarbeitet werden. D. h. es wird kein Insulin benötigt, um sie aus dem Blut in die Zellen zu befördern. So wirkt Kokosöl als schneller Energielieferant, ohne den Blutzuckerspiegel zu beeinträchtigen.

Durch den vermehrten Verzehr von Kokosöl und den gezielten Verzicht auf verarbeitete Kohlenhydrate und Zucker kannst du deine Bauchspeicheldrüse entlasten. So verminderst du dein Risiko, an Typ 2 Diabetes zu erkranken. Solltest du bereits an Typ 2 Diabetes leiden und suchst nach Hilfe, ist Kokosnussöl dein idealer Energielieferant für eine gesündere Ernährung und mehr Agilität und Bewegung.

Auch hier gilt natürlich, dass du wie bei allen Krankheitsbildern Therapiemöglichkeiten und Ernährungsumstellung mit deinem Arzt diskutieren solltest.

Kokosöl der Alleskönner

Kokosöl ist bei KOPFSACHE nicht mehr wegzudenken, wir nehmen es täglich als Energielieferant ein und verwenden es nach Bedarf auch in anderen Bereichen. Hoffentlich hast auch du in diesem Artikel Inspiration gefunden, Kokosöl zu testen – lass es uns doch in den Kommentaren wissen!

Aktualisierung: Dieser Post wurde ursprünglich am 12. März 2017 veröffentlicht. Wir haben ihn in Umfang und Genauigkeit überarbeitet, um dir die relevantesten Informationen zu präsentieren.

Für alle Wissbegierigen: Quellen

  1. Review Medium-chain triglycerides – Berit Marten, Maria Pfeuffer, Jürgen Schrezenmeir
  2. Medium Chain Triglycerides (MCTs) Beneficial Effects on Energy, Atherosclerosis and Aging – Ward Dean, MD and Jim English
  3. Coconut oil predicts a beneficial lipid profile in pre-menopausal women in the Philippines – Alan B. Feranil, Paulita L. Duazo, Christopher W. Kuzawa, and Linda S. Adair
  4. Evidence For and Against Dietary Recommendations to Prevent Cardiovascular Disease – Theresa Dildy, MS, RD
  5. Seroprevalence of herpes simplex virus type 1 (HSV-1) and type 2 (HSV-2) in former East and West Germany, 1997-1998. – Hellenbrand W, Thierfelder W, Müller-Pebody B, Hamouda O, Breuer T
  6. Coconut oil could combat tooth decay – Athlone Institute of Technology, Ireland published in ScienceDaily
  7. Inactivation of enveloped viruses and killing of cells by fatty acids and monoglycerides. – Thormar H, Isaacs CE, Brown HR, Barshatzky MR, Pessolano T

Jeder Beitrag auf Kopfsache beabsichtigt, dich deinem vollen Leistungspotenzial näher zu bringen. Wir teilen Wissen, Erfahrungen und Perspektiven – du entscheidest, was für dich funktioniert. Um stetig besser zu werden, freuen wir uns richtig über deine Ideen und Feedback, vielleicht als Kommentar hier unten, oder hier, und bei Facebook ist auch super.

Share This